1.0     Kommunale Fußboten 1816 – 1854

Nach den Befreiungskriegen 1813 kam das Postwesen in unserem Raum praktisch zum Erliegen. Die Landbevölkerung behalf sich, in dem sie sich “Kommunaler Fußboten” bediente. Diese wurden von den Bürgermeistern der Landgemeinden eingesetzt und besoldet. Sie beförderten 2-3 Mal in der Woche Briefe zwischen den Bürgermeisterämtern und den Landräten. Daneben durften sie private Post der Landbevölkerung zu und von den Poststationen Siegburg und Uckerath bestellen.

Vom 1. Januar 1825 ist uns ein solcher Botenvertrag zwischen dem Schuster Matthias Gesell und dem Bürgermeister von Oberpleis überliefert.

 

“Unterzeichneter zu Oberpleis wohnender Schuster Matthias Gesell verpflichtet sich hiermit, die zwischen dem Landräthlichen officio und dem hiesigen Bürgermeisteramte im Jahre 1825 vorfallende Dienstpaquete und Dienstbriefe in jeder Woche zweimal, am Dienstag und Freitag für die fixe Besoldung von zwanzig-sechs Thalern, sieben Sgr., sechs pf preuß, cour, auf die Post in Hennef zu besorgen und bürgt zugleich für die gute und pünktliche Überlieferung derselben. Gegenwärtiger Kontract wurde in Duplo ausgefertigt und nach Verlesen beyderseits unterzeichnet.

Oberpleis, am 1. Januar 1800 zwanzig fünf

Matthias Gesell
Der Bürgermeister Fröhlich”

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